Luxusliner auf der Ems


Der Schiffbau hat große Tradition in Ostfriesland, ebenso im Emsland. So auch für die Stadt Papenburg und die Familie Meyer, die 1795 die Papenburger MEYER Werft gründete. Bis heute ist die Werft in Familienbesitz und wird in der siebten Generation durch Bernhard Meyer geführt.

 

Von mehr als 20 Werften in Papenburg (bis 1920) existiert heute nur noch die MEYER Werft. Sie begann bereits 1873 mit dem Bau der ersten Stahlschiffe und konnte sich so gegenüber ihren Konkurrenten durchsetzen. 1874 lief die Triton, das erste Stahlschiff, vom Stapel.

 

Das war der Anstoß für den Bau von größerer Schiffen aus Stahl. Neben Gastankern, Ro-Ro-Fähren (Roll-on Roll-off Fähren für Autos, LKWs und Waggons) und Tiertransportern wurden Fähr- und Passagierschiffe gebaut. 1980 dann der große Umzug. Aus Platzgründen zog die Werft aus der Stadtmitte in den Außenhafen direkt an die Ems. Hier entstand der heutige Standort der Werft. 1987 wurde die erste von heute zwei Baudock-Hallen (370 m Länge) gebaut. Im Jahr 2000 folgte der Bau der zweiten Trockendock-Halle (504 m Länge). Beide Hallen wurden mehrfach erweitert. Sie zählen zu den größten Trockendock-Hallen der Welt.

 

Dies läutete den Bau von luxuriösen Kreuzfahrtschiffen ein. Das erste Schiff lief 1985 vom Stapel. Es war das letzte Schiff, das einen Querstapellauf durchführen musste. Hierunter wird verstanden, dass das Schiff nach Fertigstellung quer eine „Rollbahn“, auf der es gebaut wurde, ins Wasser hinab rutscht. Seitdem entstehen die Luxusliner in den Hallen im Trockendock (leeres Becken, welches zum Ausdocken geflutet wird).

 

Zweimal im Jahr öffnen sich die Tore der Halle und ein neues Kreuzfahrtschiff wird ins Hafenbecken ausgedockt. Kurze Zeit später beginnt dann die Überführung über die Ems nach Eemshaven (NL). Auf den ca. 67 km passieren die Luxusliner mehrere Engpässe. Nach der Schleuse des Hafenbeckens folgt bei Weener die Friesenbrücke. Diese 335 m lange Eisenbahn- und Fußgängerbrücke wurde im Dezember 2015 durch eine Kollision mit einem Frachter zerstört. Bei Leer überragt die größte Klappbrücke Westeuropas, die Jann-Berghaus-Brücke, die Ems. Sie öffnet sich auf einer Breite von 56 m. Das Emssperrwerk bei Gandersum ist die letzte Station, die ein Kreuzfahrtschiff passieren muss, um in den Dollart zu gelangen. Das Sperrwerk staut die Ems für die Überführungen an und dient als Hochwasserschutz für das Inland.

 

Das neueste Schiff, die „Spectrum of the Seas“, wird in der Nacht vom 20. auf den 21. März 2018 überführt. Zur „Spectrum of the Seas“ und den vorherigen Schiffen zeige ich Ihnen hier eine Auswahl meiner Fotos.

 

 

Quelle: Website Meyer Werft, Wikipedia


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